60 Jahre DUC Kiel

Der größte Kieler Tauchclub hat dem Tauchsport in Schleswig-Holstein und insbesondere in
Kiel starke Impulse gegeben. Von der Jugendarbeit über das allgemeine Fitnesstraining bis
hin zum Wettkampfsport und Unterwasser-Rugby, führend in der Tauchaus- und
Weiterbildung bis hin zum Tauchen mit geschlossenen Systemen einerseits und dem
Apnoetauchen andererseits, aktiv auch bei der künstlerischen Gestaltung von Unterwasser-
Bildern und -Filmen, aber nicht zuletzt auch für gemeinsame Reisen und schöne Feste.

Dem Engagement unserer Vereinsmitglieder ist das alles zu verdanken.

Hier die Vereinsgeschichte in Zehnjahresabschnitten:

1963-1973

Der DUC Kiel wurde 1963 von 16 Mitgliedern gegründet. Die ersten Jahre wurden wesentlich geprägt
von Aktivitäten, die von Harald Drummer, Erhard (8 Jahre lang der 1. Vorsitzender) und Lilo Schulz,
Wolfgang Vieweg, Herwig Hunger, Friedrich und Jochen Howe, Rüdiger Pacena, Klaus Dieter
Schröder, Dirk Goldbach und Karl-Heinz Henriksen ausgingen. Das Training fand zunächst in der
Lessinghalle und seit 1966 in der Gaardener Schwimmhalle statt. Orientierungstauchen und
besonders das Unterwasserrugby waren sehr beliebt und führten zu großem Andrang beim Dienstag-
Training. Pfingsten ging es regelmässig nach Gammel Ålbo zum Antauchen.

Surendorf war das Tauch-Mekka. Die Ausrüstung: Maske, Schnorchel, Flossen, ein Neoprenanzug, eine Tauchflasche mit 2-Schlauch-Automat, Bleigurt, Tiefenmesser, Taucheruhr, Kompass, in größeren Tiefen eine Dekotabelle. Wer es sich noch nicht leisten konnte, klebte sich seine Neopren-Handschuhe, -Füßlinge und –Kopfhaube selbst. Bis Anfang der 70er Jahre der Rettungskragen hinzu kam, war das Tarieren nur mit dem Bleigurt üblich. Das Orientierungstauchen war besonders beliebt.
Dazu initiierte der DUC 1964 die Norddeutschen Freigewässer-Meisterschaften.

Im Mai 1970 machten acht Taucher des DUC eine Druckkammerfahrt in Kronshagen auf 90 m Tiefe.

Einen Tiefenrausch hatte jeder von uns, der eine mehr, der andere weniger: eine heilsame Erfahrung!

Zu den ersten VDST-Tauchlehrern, damals noch “Moniteure” genannt, gehörten Erhard Schulz,

Friedrich Howe und Peter Teichmann, die ihr Wissen bei der Ausbildung zum Deutschen

Tauchsportabzeichen an die Mitglieder –  auch in anderen Vereinen in Schleswig-Holstein – weitergaben.

Gammel Ålbo bei Kolding war stets zu Pfingsten das Ziel, damals ein Campingplatz mit sehr
spartanischen sanitären Anlagen, aber mit einem Super-Tauchgebiet mit zeitweise beachtlicher
Strömung.

Das Vereinsemblem war in den ersten Jahren ein Hai.

Damals gab es noch „Hai-Garantie“ am Ras Mohammed an der Südspitze des Sinais.

1973-1983

Im zweiten Jahrzehnt waren Jochen Howe, Wolfgang Seydel und Uschi Plambeck die 1. Vorsitzenden.
Peter Teichmann und später auch Wolfgang Neudecker kamen als Tauchlehrer ins Ausbilderteam.
Das Training fand in der Gaardener Schwimmhalle, zeitweise in der Schwimmhalle in Schilksee und
später auch in der Uni-Schwimmhalle statt. Nicht zuletzt wurde trainiert für die Tauchsport-
Landesmeisterschaft, wo unsere Mannschaft stets gute Ergebnisse erzielte. Fester Termin für das
Tauchen im Freigewässer: sonntags um 10 Uhr wurde getaucht. Und die Tauchsaison wurde beendet
mit dem Nikolausschwimmen in Falkenstein und Schilksee, so manches Mal auch bei Schnee.
Hauptsache hinterher gab es Glühwein.

Erhard hatte inzwischen fast regelmäßige Reisen zu den Seychellen und Malediven ins Leben gerufen.

Foto: Herwig Hunger: Seychellen – Am Wrack der Ennerdale – 1975

Auch Tauchreisen nach Callela (Spanien) wurden unternommen.

Zum Tauchverein GMAP der Partnerstadt Brest entstand ein herzlicher Kontakt.

1977 wurde auf Initiative von Jochen Howe der Tauchsport-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
gegründet. Im Jahr darauf wurde dann die 1. Tauchsport-Hallenmeisterschaft des TLV-SH vom DUC
Kiel ausgerichtet.

1978 richtete der DUC Kiel auch die Bundestagung des VDST aus.

Unter der Leitung von Wolfgang Seydel stieg die Unterwasser-Rugby-Mannschaft des DUC Kiel 1981
in die Bundesliga auf.

1983-1993

13 Jahre lang hat Horst Langbehn den DUC Kiel als 1. Vorsitzender geleitet. Ebenso lang war Peter
Teichmann der Sportwart. Das Training fand in der Gaardener Schwimmhalle und in der Uni-
Schwimmhalle statt. Sehr beliebt waren die Tauchkurse für Anfänger, aber auch die
Tauchsportabzeichen Bronze, Silber und Gold.

Viele gemeinsame Tauchreisen wurden unternommen. Unsere Ziele waren Lysekil in Südschweden,
Cadaques in Spanien und Kuba.

Foto: Jürgen Henningsen – Ausfahrt zum Wrack der Skonnert (Großer Belt) – 1988

Nach dem Fall der Mauer wurde auch der Stechlinsee betaucht. Zu dieser Zeit entdeckten viele Mitglieder das Windsurfen für sich. Es war eine perfekte Ergänzung zum Tauchen, wenn gerade viel Wind herrschte.

Die Leitung des Unterwasser-Rugbys übernahm Bernhardt Düllberg. Schon bald war unsere Mannschaft die gefürchtete Nummer 2 im Norden.

Gesellige Feiern und gemeinsame Fahrradtouren fanden regen Anklang. Und im Winter ging es zum Langlauf in den Harz.

1993-2003

Nach Horst Langbehn leiteten Matthias Gehrmann und Jürgen Henningsen die Geschicke des Vereins.

Neben dem regelmäßigen Fitnesstraining in der Halle gehörte das Training durch Wolfgang Neudecker für die Tauchsport-Landesmeisterschaft zum festen Bestandteil des Vereinslebens. Die Unterwasser-Rugby-Mannschaft spielte in der 2. Bundesliga mit und hat auch selbst ab 1996 mehrmals das UWR-Turnier „Kieler Sprotte“ am Rande der Kieler Woche ausgerichtet, ein beliebter Wettkampf für deutsche und dänische Mannschaften. Der eigenen Mannschaft fehlten ab 2003 die Spieler, die aus beruflichen Gründen Kiel verlassen hatten, so dass die Teilnahme an der Bundesliga
eingestellt werden musste.

Aus dem TLV-SH wurde das Apnoe-Tauchen in den VDST getragen. Erhard Schulz und Martin Steiner erhielten ihre Abnahmeberechtigung als Apnoe-TL .

Unter der Leitung von Erhard Schulz fanden regelmäßig Theorievorbereitungen und -prüfungen für Tauchlehrer statt.

Eine Foto-Gruppe traf sich seit 1997 regelmäßig, um sich über die Technik und über Gestaltung von Unterwassseraufnahmen auszutauschen.

Es gab viele gemeinsame Tauchreisen. Unsere Ziele waren wieder Lysekil in Südschweden, Gammel Ålbo und Hemmoor.

Foto Renate Teichmann – Gammel Ålbo – 2001

Kleinere Gruppen fanden sich zusammen und reisten weltweit zu den schönsten
Tauchspots wie dem Roten Meer und Norwegen. Gesellige Feiern und gemeinsame Fahrradtouren
fanden regen Anklang.

2003-2013

Seit 2004 bis heute ist Norbert Raschkewitz der 1. Vorsitzende, d.h. über 2/3 der heutigen Mitglieder
kennen nur ihn als Vorsitzenden.

Die Uni-Schwimmhalle wie auch die Schwimmhalle in Gaarden stehen nach wie vor für das regelmäßige Training zur Verfügung. Wir nehmen regelmäßig mit gutem Erfolg bei den Finswimming-Meisterschaften des TLV-SH teil. Das Apnoetauchen rückt wieder mehr in den Focus. Hier werden Techniken erlernt, mit denen man ruhiger und vor allem sicherer ohne Gerät tauchen kann. Wer es tiefer haben möchte, kann an einem der Apnoe-Kurse von Erhard Schulz in Hemmoor und Korfu teilnehmen. Und auch für die alten Hasen gibt es neue Spezialkurse, in denen bestimmte Tauchfertigkeiten geübt werden. Als Sportwart engagiert sich Martin Steiner und gibt wichtige Impulse für die Ausbildung bis hin zum Tauchen mit Kreislaufgerät.

Die Unterwasser-Rugby-Mannschaft hat auch Mitglieder der Tauchgruppe Kiel integriert. Ein paar Spieler konnten in der Spielergemeinschaft mit dem DUC Lübeck und später mit dem UC Baltic Flensburg in der Bundesliga bzw. 2. Bundesliga mitspielen.

Auch das Kinder- und Jugendtraining wird von den beiden Kieler Vereinen gemeinsam geleitet.
Besonders beliebt sind die alljährlichen Kinder- und Jugendfahrten in den Sommerferien, zum Beispiel nach Gammel Ålbo.

Alljährlich sind wir beim  Fackelschwimmen zum Abschluss der Kieler Woche präsent. Und beim Tag des Sports tauchen Gastkinder mit Gerät in einem kleinen Schwimmbecken.

Die Foto-Gruppe befasste sich mit Programmen für die Bildbearbeitung. Die künstlerische Gestaltung von  Unterwasseraufnahmen war und ist eine besondere Herausforderung.

Gemeinsame Reisen nach Südnorwegen zum Tieftauchen und nach Hemmoor.

Foto Peter Teichmann – Rotes Meer – Brothers – 2003

2013-2023

Die Trainingsbahnen in der Gaardener Schwimmhalle entfallen wegen des Abrisses. Das Hörnbad erweitert seit 2015 wieder unser Trainingsangebot (jetzt Hallentraining an 3 Tagen in der Woche).

Die Zusammenarbeit mit der Tauchgruppe Kiel erweitert sich durch gemeinsame Tauchevents.

In der Foto-Gruppe geht es nun auch um selbst kreierte Videos.

Ein jähes Ende finden Tauchreisen und Hallentraining und dadurch auch das Unterwasser-Rugby durch die sich schnell ausbreitende Corona-Pandemie Anfang 2020. Ein paar Mitglieder werden sogar aus ihrem Urlaub zurückgeholt. Sobald die Temperaturen es zulassen, treffen wir uns dennoch zum regelmäßigen Training in der Ostsee.

Seit 2021 gab es erste Lockerungsmaßnahmen. Auf gekennzeichneten Wegen durften wir mit FFP2-Maske, Impfnachweis und Personalausweis ins Freibad und später auch in die Schwimmhalle. Im Oktober 2021 lief das Training in der Uni-Schwimmhalle wieder an. Die vorsichtige Zurückhaltung vieler Mitglieder ist aber deutlich zu spüren.

Die ersten gemeinsamen Reisen führen nach Gammel Ålbo und ans Rote Meer.

Der Vorstand beschäftigt sich mit der Perspektive auf ein Vereinsheim an der Kieler Förde auf dem Gelände des ehemalige British Yacht Clubs. Die Entscheidungen dazu ziehen sich hin. Wegen der sehr hohen Hürden, die ein Pächter durch den Kieler Energiestandard auferlegt bekommt, schieden die beiden anderen Partner, die Tauchgruppe Kiel und der Tauchsportlandesverband Schleswig-Holstein, bereits aus. Spruchreif wird das Vorhaben letztlich erst im Zeitraum 2023-, siehe Bericht von Norbert.

60 Jahre nach Gründung des DUC Kiel e.V. sind noch 2 der 16 Gründungsmitglieder im Verein: Herwig Hunger und Erhard Schulz.

Foto Wolfgang Neudecker – Sommerfest – 2023

Kollage Jürgen Henningsen  Jubiläumsfeier 2023

Copyright 2026 – Deutscher Unterwasserclub Kiel e.V.