Bericht Peter mit Aufnahmen von Renate
Acht Taucher aus dem DUC Kiel trafen sich im November im Utopia Beach Resort in der Nähe von Marsa Alam, Ägypten. Das Ziel: Tauchen im Hausriff bei angenehmen Außen- und Wassertemperaturen, nebenbei ein paar noch ausstehende Abnahmen für den Aufbaukurs Gruppenführung und die German Diver Licence „ .
Die Vorgeschichte lief wie immer: Resort ausgesucht: diesmal Utopia, Reise Hamburg Marsa-Alam gebucht, an der Tauchbasis Eurodivers angemeldet und gleich ein Tauchpaket gebucht, damit wir nicht so viel Bargeld mitnehmen mussten.
Aber halt: auf der Homepage von Eurodivers steht, dass man das ärztliche Attest mit einem speziellen Formular mindestens 10 Tage vor Anreise hinschicken sollte, wenn man älter als 75 ist. Kein Problem, dachte ich, es ist ja noch 1 Monat hin. Also Formular wahrheitsgemäß ausgefüllt, von meinem Arzt bestätigen lassen und losgeschickt.
Wir reisten am Freitag an. Das Utopia erwies sich als ein recht großes Resort. Ernüchterung: es war überbucht, so dass wir zunächst ein großes Zimmer am Rand zum im Umbau befindlichen Nachbarresort bekamen, also Baulärm durch einen Schwenkschaufler, der tagsüber dort Palmen versetzte.
Nächsten Tag gleich in die Tauchbasis mit allem Gerödel. Und dann traf mich der Schlag unter die Gürtellinie: nein, ich dürfe dort nicht mit Gerät tauchen, erklärte mir der Basisleiter, weil DAN (Divers Alert Network) mein ärztliches Attest nicht anerkennt! Alarm! Da erdreistet sich diese Organisation, meinen Gesundheits-Check gemäß den Richtlinien des VDST und der GTÜM nicht zu akzeptieren. Wohlgemerkt: nur mein Attest, nicht das von Renate, die unter 75 ist, vom selben Arzt. Das nenne ich Altersdiskriminierung. Der Basisleiter begründete das mit Weisung von Eurodivers, denn Todesfälle würden die Basisschließung zur Folge haben. Aber das hatte ich doch noch gar nicht vor! Meine Mutter ist 98 geworden. Dank regelmäßigem Training schwimme ich noch vielen davon, mache regelmäßig als Tauchlehrer Abnahmen und habe mir ja extra einen Taucharzt ausgesucht, der meinen Gesundheits-Check nach GTÜM-Vorgaben durchführt. Der Haken war nur, dass im Stempel meines Arztes das Wort Taucharzt fehlte. Und den ablehnenden Bescheid von DAN hatte mir die Basis per E-Mail mehrmals versucht mitzuteilen, nur dass diese allesamt im Spamordner gelandet waren. Pech. Da hatte ich nicht nachgeschaut. Mein Trumpf im Ärmel: mein Arzt schickt eine Bestätigung, dass er ausgebildeter Taucharzt ist. Aber erst einmal gab es 2 Tage lang schlechte Laune, denn es war Wochenende. Zwangsapnoist. Wie gut, dass wir 2 Wochen gebucht hatten.
Montagvormittag kam die Erklärung meines Arztes und ab Mittag war die Welt wieder in Ordnung: DAN hatte zugestimmt, also Fehlalarm. Soweit die kleine Anekdote vom Beginn des Tauchurlaubs aus meiner Sicht.
Kommen wir zu den schönen Seiten: Das Hausriff kann sich sehen lassen. Das Korallenriff ist schön strukturiert mit vielen Versteckmöglichkeiten. Auch Höhlen gibt es. Udo war ganz begeistert davon. Korallenbleiche haben wir zum Glück nicht gesehen. Die großen Räuber fehlen wie heute üblich, also keine großen Zackis, keine großen Barrakudas, keine Haie, nur ganz vereinzelt ein Schnapper, ein Straßenkehrer oder Ähnliches. Zur Bestimmung der Fische gab es auf der Tauchbasis Bücher.
Eine Schildkröte haben die meisten nicht gesehen oder nur von weitem, wir aber recht nah. Einmal hat Renate hinter einem schönen Rotfeuerfisch einen Steinfisch entdeckt. Ihre Enttäuschung nach dem Tauchgang: ihr Smartphone hatte andere Bereiche des Bildausschnitts für wichtiger gehalten,
also war er unscharf. Der sah aber auch aus wie ein Stein. Norberts Kamera hat ihn besser getroffen. Also bei jedem Tauchgang weitersuchen und tatsächlich haben wir noch einen kleineren Steinfisch gesehen. Und diesmal hat Renates Smartphone das charakteristische Maul sehr deutlich erkannt. Dahinter lag ein Krokodilfisch. Der musste natürlich auch noch ablichtet werden. Aber da habe ich sie vom Steinfisch weggezogen. Das war mir dann doch zu gefährlich. Überhaupt: das Samsung mit dem kleinen Smartphone-Gehäuse Seatouch 4 Max von Divefolk hat wirklich schöne Bilder gemacht. Man gibt beim Kauf des Gehäuses den Smartphone-Typ an und erhält einen genau passenden Adapter mitgeliefert. Keine Durchführung, die undicht werden kann. Nach kurzer Eingewöhnung funktionierte der Touchscreen wie bei Aufnahmen über Wasser. Nachträglich sind Farbkorrekturen unumgänglich, wenn man den typischen Blaustich nicht haben möchte.
Schwanzfleck-Sandbarsch Männchen
Mein Job: ich war Renates Beleuchter, denn das ist ein Nachteil von dem Gehäuse: es hat kein Gewinde für eine Lampe. Nebenbei hatte ich noch die Zeit, die anderen Gruppenmitglieder zu beobachten und Abnahmen zu machen. Das Praktische: Gruppenführer waren meist Abdulkader oder Lisa. Bei der Sicht auch in 25 m Tiefe kein Problem.
Die beste Sicht hatten wir beim Early Morning Dive, den wir uns regelmäßig gegönnt haben: bestimmt 30-40 m. Kurz nach 6 Uhr, also kurz nach Sonnenaufgang ließen wir uns mit dem Zodiac rausfahren. Dann lag das Riff noch im Dunkeln, so dass die Farben der Tierwelt durch unsere Lampen richtig zur Geltung kamen, fast wie beim Nachttauchgang, der auf dieser Basis nicht angeboten wurde. Angeblich verboten seitens der Behörde.
Ein paar Eindrücke











Nach dem Early Morning Dive freute man sich richtig auf das Frühstück, und das war wie alle Mahlzeiten reichhaltig, aber nicht besonders abwechslungsreich. Wir konnten sehr gut mit dem Angebot zurechtkommen. Ausfälle durch Durchfall hatten wir in der ganzen Gruppe nicht zu beklagen.
Als nach einer Woche die meisten anderen Taucher aus dem DUC bereits abgereist waren, hatten wir noch eine Begegnung mit 3 ausgewachsenen Delphinen, die sich neugierig anschauten, was wir denn da machten. Nach ein paar Minuten kamen sie sogar noch einmal zurück und schwammen ganz in der Nähe gemächlich an uns vorbei. Wahrlich ein besonderes Highlight, und das direkt vor dem Resort.
Wenn ich ein Resumé ziehen soll, so ist das stark getrübt durch die nicht akzeptable Behandlung älterer Taucher auf der Tauchbasis. Das Resort war mir insgesamt zu groß. Die praktizierte Zweiklassengesellschaft jeweils mit unterschiedlichen Restaurants hat mir nicht gefallen. Das Zimmer war nach unserem Umzug sehr schön nah an der Tauchbasis, sauber und hatte einen guten WLAN-Zugang. Die Animation war nicht zu aufdringlich. Im Korallenriff gab es viele schöne Fische zu sehen. Aber unterm Strich wird es wohl mein letzter Besuch in diesem Resort gewesen sein.






